Unsere Kaffeebauern

 

Für unsere Plantagenkaffees gehen wir weit: Wir verhandeln direkt mit der Kaffeekooperative oder dem Bauern des jeweiligen Landes, wissen welche Bauern den Kaffee anpflanzen und ernten und diesen mit den gemeinsam genutzten Maschinen der Kooperative verarbeiten. Unsere Bio und Directtrade Kaffees sind rückverfolgbar bis auf die Kooperative, oft bis zum jeweiligen Bauern, insofern er eine genügend grosse Finca betreibt. Plantagenkaffees werden nicht mit Kaffees aus anderen Kooperativen vermischt. Lagerung und Transport sind sehr aufwändig, kostenintensiv und mit grossem administrativem Aufwand verbunden. Wir bereisen viele Kaffeeanbaugebiete persönlich, kontrollieren Anbaumethoden, Anstellungsbedingungen der Pflücker und Pflückerinnen und bezahlen einen nachhaltigen Preis. Nachhaltig ist, wenn der Bauer oder die Kooperative Löhne bezahlt, welche eine Familie ernähren können. Zudem muss in die Infrastruktur zur Aufbereitung des Kaffees sowie in die Plantage investiert werden können.

 

Kaum ein grosser Händler kennt die Koperative persönlich, geschweige denn einen Bauer. Im grossen Stil werden die Kontainer bei Exporteuren im jeweiligen Land gekauft. Oft erst, wenn die Ladung bereits auf einem Schiff ist und ,schwimmt'. Keine Rede von fairem Preis, eine Teil-Vorauszahlung sowieso nicht. Der Bauer wartet mit der gesamten Bezahlung, bis der Kaffee in Europa ankommt und akzeptiert wurde. Erst dann wird das Geld auf dem Sperraccount frei gegeben. Damit wird er erpressbar und muss sich Darlehen besorgen (Zinsen von 20 bis 30% sind keine Seltenheit), weil kein Pflücker monatelang auf den Lohn warten kann.

 

derkaffee schliesst mehrjährige Lieferverträge mit Qualitätsgarantie ab und bezahlt teilweise im Voraus einen Preis, welcher ein Mehrfaches über allen Fairtradestandards liegt. Faire Preise für nachhaltig produzierten Kaffee beginnen ab 8 Sfr. pro kg Rohkaffee. Der Bauer rechnet in Dollarcents pro Libra. Der Börsenpreis für Arabica beträgt im Dezember 17 120.75 $cent pro Libra. Dies ergibt 2$65 cent pro Kg Rohkaffee am Ursprung. Davon kann sich ein Kleinbauer mit 1 bis 2 Hektaren sicher nicht ernähren.

 

Der Transport vom Ursprung bis in die Schweiz übernehmen in unserem Auftrag  Bio und Fairtrade Kaffeelogistiker. Wir arbeiten mit Swipala Bern, Efico Porrentruy, Greencof Amsterdam und Interamerica Zug zusammen. Weil wir nicht gante Kontainer ordern können, sind wir darauf angewiesen, dass die Logistiker den Kontainer mit anderen Biowaren auffüllen. Swipala z.B. füllt die Kontainer in Bolivien mit Quinoa auf. Dies spart Transportkosten.

 

Unsere Spezialitäten-Kaffees kommen von folgenden Bauern/Kooperativen:

 

 

Äthiopien

 


 


 

 

Dieses Land hat uns 2005 zum Kaffee gebracht. In Rema haben wir 1000 Solaranlagen installiert. Unvergessen sind dabei die Stunden, während wir in den Tukuls gesessen haben und für uns einen frischen Kaffee zubereitet wurde. In jedem Ecken des Landes findet man die Kaffeekultur. Kein Land kann eine so grosse Vielfalt an Kaffee-Varietäten aufweisen wie Äthiopien, das Ursprungsland des Kaffees Arabica. In Äthiopien arbeiten wir zusammen mit der Ferro Farmers Kooperative (Sidamo), mit der Torban Anfillo Multipurpose Kooperative (Lekempti),  mit der Limu Inara Farmers Multipurpose Kooperative (Limu) und mit der Oromia Coffee Farmers Kooperative (Yirga).

Sidamo, der Blumige Bio und Fairkaffee

Yirgacheffe, die Kaffeekönigign, Bio und Fairkaffee

Lekempti, natural und fruchtig Bio und directtrade

Limu, malzig und viel Körper Bio und Fairkaffee 

 

Bolivien

 


 

Der Calama wird durch die Kooperative Cooperativa Agropecuaria BIO ARABICA R.L mit der FLO ID Nummer 37164 angebaut. Diese Kooperative haben wir persönlich im Mai 2017 besucht. Elias Choconapi, Präsident und Eustaquio Huiza haben uns für einige Wochen beherbergt und die Plantagen gezeigt. 12 junge Farmer haben Bio Arabica gegründet, bewirtschaften zusammen 20 Hektaren und produzieren bereits biologisch zertifizierten Rohkaffee. Das Anbaugebiet befindet sich in den Yungas, genauer bei Caranavi rund um das Dorf Calama. Die Anbauhöhe liegt zwischen 1200 bis 1600 m.ü.M. 2017 ist Bio Arabica in der Lage, 2 Kontainer zu exportieren. Damit wir in Zukunft zertifizierten Fairtradekaffee anbieten können, haben wir einen grossen Teil der Kosten für das erste FLO Audit übernommen und den jungen Bauern mit ihrem hervorragendem Kaffee einen 5 Jahres Abnahmevertrag unterzeichnet. Nur mit einer langfristigen Liefergarantie können die Bauern in Jungpflanzen investieren.

Der Kaffee wird nach der Ernte zum Trocknen, Sortieren und Absacken in die eigene kleine Halle in El Alto, La Paz transportiert.

 

Calama Bio Fairtrade mittel geröstet

Calama Bio Fairtrade dunkel geröstet

Caranavi Caracol die Perlbohne Bio und directtrade

 

Dominikanische Republik

 

 

 

Seit mehreren Jahren besuchen wir Kaffeebauern in der Region Jarabacoa.  Bei Belarminio Ramirez SA sind wir fündig geworden. Eddy Ramirez arbeitet mit mehreren Kaffeebauern zusammen. Er bereitet den Roh-Kaffee in der eigenen Fabrik auf und stellt eine optimale Sortierung und Qualitätskontrolle sicher. Seit 2010 rösten wir Ramirez und dieser Kaffee hat uns noch nie enttäuscht. Pilzbefall  La Roya und die stärker werdenden Hurrikane machen uns jeweils im September etwas nervös. Bisher konnte Eddy zum Glück immer ausreichend Kaffee liefern.   

 

Ramirez Biokaffee Direct Trade

 

Indien

 


 

Indischer Kaffee haben wir vor allem wegen dem speziellen Aufbereitungsverfahren, dem "Monsooning", im Angebot. Der Rohkaffee wird mehrere Monate hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Dabei muss der Kaffee ständig überwacht und gewendet werden, damit kein Schimmel entsteht. In dieser Phase verändern sich Geschmack und Farbe. Der Geschmack indischen Kaffees ist weich und würzig mit einem kraftvollen Körper.

 

Dieser Kaffee wird durch Aspinwall aufbereitet und den kaufen wir bei einem europaischen Händler ein. Unser jährlicher Bedarf ist gering und wir können nicht direkt einkaufen.


Monsooned Malabar Indien

 

Indonesien

 

 

 

Das Gayo-Hochland in Sumatra ist das bedeutendste Anbaugebiet für Arabica-Kaffee in Indonesien. Hier werden auf Vulkanböden Top Qualitäten erzeugt.Unser Raja Gayo aus zentral Aceh ist 'semi washed': Die Kleinstbauern pflücken nur die reifen Kirschen und qutschen diese auf ihrer kleinen Farm. Danach wird der Fruchtschleim von Hand abgewaschen und die Bohnen (Parchment) an der Sonne getrocknet. Mit ca 40 bis 50% Restfeuchte werden diese zur zentralen Aufbereitung transportiert. Und dieser Weg verändert das Aroma des Kaffees wesentlich.

Dieser Kaffee wird durch Greencof Holland direkt bei der Kooperative Koptan Gayo Mega Megah Berseri FLO ID 28568 eingekauft. Greencof besucht die Kooperative persönlich.

 

Mandheling Raja Gayo Bio und Fairkaffee

 

Myanmar

 

Bild: Nathalie Manac'h

 

Seit einigen Monaten sind wir in Kontakt mit Nathalie Manac'h. Nathalie betreibt Nat Coffee und reist seit Längerem nach Myanmar. Im Chin State ensteht mit ihrem Wirken eine Kaffee Kooperative. Da wir von unseren Entwicklungsprojekten in Äthiopien wissen, was es bedeutet, eine Kooperative auf zu bauen, die Bauern zu schulen, Geld zu sammeln, mit der Regierung klar zu kommen und gegen alle Lokalmatadore anzutreten, sind wir von Nathalies Schaffen tief beeindruckt. Wir haben von ihr einige Kilo Catimor H 528 zum Proberösten erhalten. Die Qualität hat uns sofort überzeugt und das Projekt haben wir mit Kickstarter unterstützt. Wir haben 11 Säcke dieses seltenen Myanmar Kaffees geordert.

 

Myanmar directtrade

 

Peru

 


 

 

Unser Peruaner kaufen wir in Bio und Fairtrade Qualität bei einem europäischen Händler ein. Bisher konnten wir Peru noch nicht persönlich bereisen.

 

La Florida Bio und Fairkaffee

 


NEWS
17. Dez 2017 13:54
Kaffee aus Myanmar




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